LandySprinter
Spanien im... (Teil 3)

Spanien im… (Teil 3)

…Winter

Die Richtung ist klar es muss leider wieder nach Norden gehen aber dieses Mal will ich anders zurückfahren und mir mehr Zeit lassen. Der Plan ist die Pyrenäen weiter im Landesinneren zu überqueren. Es ist warm genug um von Schnee verschont zu bleiben.

Ich habe mir als erstes Ziel ein Observatorium ausgesucht in der Nähe der kleinen Stadt Ager. Ich verspreche mir davon schöne Aussichten. Die Strecke ist nicht allzu weit, knapp 160Km.

Alleine die Fahrt dahin hat sich schon gelohnt, einfach genial.

Nach ein paar weiteren Kilometern finde ich das Observatorium, leider ist es geschlossen bzw. macht nur am Wochenende auf und nach Vereinbarung. Auch der Parkplatz ist durch eine Schranke verschlossen, mein Plan geht erst mal nicht auf. Also geht die Suche nach einem Platz für die Nacht los.

Nach weiteren 10Km finde ich einen kleinen Parkplatz direkt neben der Straße, eigentlich nicht so mein Ding aber es ist kaum Verkehr, ich habe keine Lust mehr zu fahren, habe Hunger, also, der wird es.

Es gibt Nudeln mit Gambas, vom Markt in Cambrils, die müssen weg.

Dann geht das Schauspiel los, es ist kalt und windig und die Sonne geht unter, ich stehe bereit. Es ist wirklich unfassbar schön.

Am Abend, nachdem es schon dunkel war kamen 3 Fahrzeuge auf den wirklich kleinen Platz, eines davon hat mich doch tatsächlich eingeparkt. Mir war ein wenig mulmig und habe mir meine neuen Nachbarn mal angeschaut. Es ist ein Pärchen in einem VW Bus und 4 Mädels in 2 PKWs, alle aus Frankreich, sie richten sich ein, Essen und Trinken bis tief in die Nacht. Alle sehr nett und lustig.

Am nächsten Morgen scheint die Sonne direkt auf den Tisch, das Frühstück ruft. Ich lasse mir Zeit und genieße die Morgenstimmung und sichte die Bilder von gestern. Noch kurz abwaschen und ein wenig aufräumen und los geht es, den Berg hinauf, der Blick auf das Navi lässt einiges erwarten. Nach ein paar Metern ein letzter Blick auf den Stellplatz der Nacht. Durch das Fernglas erkenne ich noch, dass meine Nachbarn für eine Nacht gerade alle wach werden nachdem ich eine von Ihnen wecken musste um fahren zu können. Schöne Reise euch noch.

Weiter nach oben, auf dem Gipfel befindet sich ein Gleitschirmflieger Startplatz, der trotz der Kälte schon besucht ist. Im Tal ist der Landeplatz und auch eine Gleitschirmflieger Schule. Das Ganze wäre nichts für mich, aber zuschauen ist dann doch spannend.

Es hilft ja alles nichts, mein Ziel ist heute noch Frankreich, das bedeutet ich muss da rüber oder drunter durch mal schauen was der Weg bringt.

Ich komme an einigen typischen Stauseen vorbei, aber einer hat es mir dann doch angetan und ich muss anhalten, der Pantà de Canelles ist so spannend wegen den Felsformationen, ein paar Eindrücke kann ich von der Staumauer aus einfangen. Ist sicher auch mal eine Tageswanderung wert, schon wieder ein Ziel für das nächste mal.

Mein Weg führt mich in Richtung el Pont de Suert. Mit ein wenig mehr Aufwand bei der Navigation hätte ich mitbekommen, dass es jetzt nur noch einen Weg über die Pyrenäen gibt: drunter durch, durch den Túnel de Viehla. Sehr schade, so ist nichts von der tollen Berglandschaft zu sehen, auch das nächste Mal. In Vielha dort geht es noch kurz einkaufen und tanken, war beides wirklich nötig.

Die weitere Fahrt durch Frankreich ist zwar sehr schön aber nicht spektakulär, so mache ich einiges an Kilometer gut Richtung nach Hause, irgendwie „zieht“ die Heimat.

In Argein finde ich über P4N einen schönen WoMo Stellplatz, zwar ohne alles aber dafür auch kostenlos. Den fahre ich an und bin angenehm überrascht wie schön es ist. Ein kleiner Zug durch die Gemeinde und ich habe genug gesehen, schön aber leer, ein offenes Bistro wäre nett gewesen. In der Saison ist sicher mehr los.

Morgen wird ein langer Tag mit vielen Kurven, Ortsdurchfahrten und Kreisverkehren. Daher geht es früh ins Bett um fit zu sein. Es soll mal wieder nach Laguiole gehen, eine schöne Stadt in der Aubrac und eine herrliche Gegend in Frankreich und absolut eine Reise wert.

Der Tag verläuft ohne große Besonderheiten, viel fahren eben. Mein Ziel erreiche ich in der Nacht bei Regen und kaltem Wind. Ich übernachte auf dem Marktplatz mitten in der Stadt. da nichts los ist, überhaupt kein Problem.

Die Nacht ist wirklich ruhig aber, der Tag beginnt früh. Es ist zwar kein Markt aber Busse und Pendler nutzen den Platz ausgiebig. Ich beschließe daher gleich nach dem Aufstehen los zu fahren und ein wenig Strecke zu machen, es ist zwar noch dunkel und die Straßen eng und kurvig aber kein Problem. Heute geht es nach Hause. Bis St-Etienne geht es noch auf der Landstraße und dann auf die Autobahn.

Einen kleinen Stopp lege ich noch ein. Am Jacobsweg, (einer der vielen), durch Hinweisschilder darauf aufmerksam geworden halte ich an. Dort vertrete ich mir ein wenig die Beine, esse zu Mittag und mache Bilder seltsamer Holz Skulpturen.

Nach 750Km und fast 11 Stunden Fahrt bin ich wieder zu Hause, mit vielen neuen Eindrücken und der Überzeugung: Winter in Spanien ist klasse und die Pyrenäen sind noch viele Reisen wert.

Fazit nach über 3000Km:

Es war alles richtig und hat unheimlich Spaß gemacht. Das Fahren im Sprinter ist so problemlos, auch auf kleinen und kleinsten Straßen klappt es reibungslos. Alles funktioniert, nichts klappert, alles ist am richtigen Platz. Jede Tour bestätigt wieder: Es ist das perfekte Reisefahrzeug für mich.

Ich hoffe es hat allen Lesern Spaß gemacht und Lust geweckt auch mal im Winter in den Süden zu Reisen, wie auch immer. Lass gern einen Kommentar da und teilt den Beitrag, wenn es gefallen hat.

Bis bald zur nächsten Runde…

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