…ein Roadtrip durch Mecklenburg-Vorpommern und die Seenplatte.
Wer viel unterwegs ist hat kaum Zeit die ganzen Touren aufzuschreiben bzw. sie in Beiträge zu fassen. Ist dann doch immer ganz schön viel Arbeit. Dann kam auch noch ein Jobwechsel hinzu, da waren die Prioritäten auch wieder andere. Aber jetzt kann es wieder los gehen.
Folgende Beiträge stehen noch aus:
- Ein Kurztrip in den Französischen Jura
- La Corse
- Eine Tour zum Steingletscher in der Schweiz
Los geht´s.
Alarmanlage in Kiel
Meine eigentliche Motivation in Norden zu fahren ist der Einbau einer Alarmanlage bei der Firma Thitronik. Warum gerade die Firma? Sie arbeiten mit Funk im Fahrzeug, das hat zur Folge, dass es keine Verkabelung gibt zu den Sensoren und die Alarmanlage kann auch nachts in Betrieb sein da es keine Bewegungsmelder hat. Auch eine Überwachung per Mobiltelefon ist möglich und auch sonst noch einiges aber das könnt ihr ja selbst schauen. Das ist keine Werbung und ich habe von der Firma auch nichts bekommen, alles ist selbst bezahlt.
Ich bin vor Ort in Kiel und an einem Tag wird alles eingebaut und getestet. Seither habe ich Nachts ein gutes Gefühl auch an Stellen die ein wenig belebter sind. Auch beim Wandern bekomme ich per Handy mit wenn sich jemand am Fahrzeug zu schaffen macht, vorausgesetzt ich habe Netz natürlich. Ein Gaswarner ist mit verbaut und eine Sicherung für das Fahrrad auf dem Heckträger (auch 2).
Auf dem Weg nach Kiel habe ich an meinen geliebten NOK (Nord Ostsee Kanal) zweimal übernachtet, direkt am Wasser. Es ist einfach genial die Riesen Pötte vorbeifahren zu sehen und nachts sind sie immer wieder zu hören mit dem Brummen der Maschinen, was mich überhaupt nicht stört. Im Gegenteil.
Am ersten Spot angekommen genieße ich die Ruhe und die tolle Aussicht.
Schnell “plagt” mich der Hunger und es wird Gemüse und Fleisch vorbereitet
für den Omnia, der mittlerweile recht häufig im Einsatz ist. Es ist sooo lecker und einfach, gelingt fast immer.
Dann weiter zum nächsten Spot, gar nicht weit aber ganz anders.
Mehr in der Natur und weiter weg von der Strasse und sehr ruhig. Tagsüber kommen ein paar Spaziergänger vorbei gelaufen aber sonst… die absolute Ruhe.
Dann geht es weiter nach Wismar, dort treffe ich mich mit meinem guten Freund Till der auch schon aus dem einen oder anderen Beitrag bekannt ist. Er hat hoffentlich schon einen schönen Platz in Wismar gefunden. Und was soll ich sagen, er hat einen Volltreffer gelandet, mitten in der Stadt und dann auch noch am Wasser.
Alle meine Übernachtungsplätze sind übrigens hier schön zusammen gefasst.
Da es unter der Woche ist sind hier am Hafen tatsächlich noch Plätze frei, am Wochenende: keine Chance! Sogar die Pflanzenwelt findet den Platz klasse.
Nach einem sehr guten Abendessen, auswärts, geht es am nächsten Morgen weiter. Wir orientierenen uns an dem Buch von Volker Tönsmann: Durch den Nordosten von Deutschland: Eine SUV-Tour auf einsamen Straßen und unbefestigten Wegen. Schön geschrieben und das Roadbook ist gut nachzuvollziehen.
Unser Weg führt uns über Warin, Brüel, Groß Labenz nach Klein Labenz. An einem See finden wir einen schönen Platz der uns perfekt erscheint, kein Mensch in der Nähe direkt am Wasser, so dachten wir zumindest.
Aber wir sind nicht willkommen, werden recht unfreundlich von einem Reiterpärchen “begrüßt”,
von dem einen oder anderen Anwohner wird unterschwellig “deutlich” gemacht, dass es hier nicht erwünscht ist zu Übernachten. Wie gesagt es ist völlig leer, wir stören keinen, das Wetter ist nicht so toll, dass Badegäste zu erwarten sind. Aber egal, nach kurzer Beratung wird klar: schlechte Stimmung, nein Danke. Also weiter geht´s. Der Rückweg wurde dann auch noch von einem Anwohner versperrt, hier war wohl der Wunsch dass wir darum Bitten den Weg wieder frei zu machen, aber wir sind einfach drum herum gefahren und fertig, sehr zum Leidwesen des Fahrers der nicht damit gerechnet hatte, dass wir einfach über die Wiese daran vorbei fahren würden, ohne Allrad hätte ich es auch nicht getan, Die Wiese war nass ein wenig zur Seite geneigt in einer Steigung. Wir können über das ganze lachen und finden ganz in der Nähe einen schönen Parkplatz und bleiben dort über Nacht.
Die heutige Etappe war mit ca. 50 Km recht kurz so haben wir noch Zeit einen schönen Spaziergang zu machen in der grandiosen Natur, durch den Wald und am See entlang. Hier noch ein paar Eindrücke.
Wer vielleicht schon den einen oder anderen Beitrag gelesen hat, an dem Till mit auf Reisen war, ist sicher aufgefallen dass er sich vergrößert hat. Natürlich nicht er direkt sondern er hat sich ein neues Fahrzeug zugelegt und sich schweren Herzens von seinem “Grauen” getrennt. Jetzt muss “Mister Green” ran. Daher muss noch ein wenig experimentiert werden, hier mit dem Luftdruck. Da die Strassen häufig Kopfsteinpflaster haben und wir auch auf unbefestigten Wegen unterwegs sein wollen, lässt Till ein wenig Luft aus den Reifen, nicht wegen der Traktion, mehr aus Komfort Gründen. Mal schauen ob es was bringt. Am Sprinter ist das immer ein gutes Mittel.
Wir haben uns vorgenommen nicht zu viel zu fahren um genügend Zeit zu haben zu Kochen oder die eine oder andere Runde zu laufen. So fahren wir am nächste Morgen los und folgen dem Roadbook und nehmen den einen oder anderen Feldweg unter die Räder.
Alles offizielle “Strassen” nichts verbotenes. Die Landschaft beeindruckt durch ihre Schönheit und Abwechslung. Ich hatte es mir viel flacher und eintöniger vorgestellt. Aber das Auge hat immer was zu schauen und so lassen wir uns auf den kleinen Strassen treiben. Eine kleine Mittagspause an einem See bei Crivitz verleiht uns neue Kräfte. Es geht weiter über Wiesenlandschaften und ein paar Feldwege weiter in Richtung Parchim. Auf gut Glück verlassen wir in der Nähe von Groß Pankow die Straße in der Hoffnung in der Nähe eines kleinen Sees ein Plätzchen zu finden. Wieder haben wir Glück und machen erstmal einen Mittagsschlaf nach ca. 150 Km ist der auch bitter nötig.
Direkt hinter uns befindet sich ein riesiges Feld, immer leicht geschwungen, sieht einfach klasse aus. Sehr entspannend. Ich mache mich auf einen kleinen Spaziergang und erkunde ein wenig die Gegend. Menschen: Fehlanzeige.
Den Abend lassen wir bei Bier und Wein ausklingen. In den Nächste Tag muss eine Versorgungsstation auf dem Weg. Grauwasser und Toiletenkassette haben es nötig. Wir versuchen unser Glück auf einem Campingplatz, dort wird uns die Entsorgung verweigert, selbst nach dem Angebot 10€ zu zahlen wurde es abgelehnt, eine Übernachtung hätte übrigens 8€ gekostet, dann wäre entsorgen kein Problem gewesen, das soll einer verstehen. Egal, wir versuchen unser Glück beim nächsten. Wir fahren weiter in Richtung Mirow bis wir zur Fleether Mühle kommen. Ein tolles Seen Gebiet mit einem Camping Platz: dem Ferienidyll am Rätzersee. Dort lässt man uns kostenlos entsorgen und ist super freundlich, das will belohnt sein: Wir bleiben einfach. Wir bekommen einen Platz ganz vorne am Wasser. Sollen uns aber nicht wundern wenn ab und zu jemand im FKK Look an uns vorbei zieht, die Herrschaften gehen alle baden, ohne alles. Für uns kein Thema.
Tags drauf steht eine Radtour auf dem Plan, wir lassen uns ein paar Tipps geben von der Besitzerin des Platzes. Und nach dem Frühstück geht es los.
Es geht leicht hügelig durch den Wald und entlang der Seen und Kanäle, überall gibt es was zu schauen. Vor allem an den Schleusen ist immer was los, vor allem weil es nicht immer so klappt wie es soll.
In Canow finden wir die Seefischrei mit Ihrem Lokal und dem Anleger für Freizeitkapitäne jeglicher Art.
Ganz klar, hier essen wir Fisch zu Mittag und beschließen, nach dem wir die Kühltheke mit dem Fisch gesehen haben, auch gleich noch Fisch zum Grillen für heute Abend mit zu nehmen. Aber der Ort hat mehr zu bieten als nur Fische einfach nur sehenswert und die Leute: unglaublich freundlich, muss ja auch mal gesagt werden.
Ich glaube hier wurde der Gedanke gefasst, ein Paddelboot muss her, wie schön wäre es jetzt mit so einem Gefährt über das Wasser zu gleiten. Für uns heißt es aber wieder nach Hause radeln. Wir müssen uns den Fisch ja erst noch verdienen.
Den lassen wir uns so richtig schmecken, er ist ein ganz klein wenig zu dunkel geworden dafür ist der Geschmack um so besser.
Auch dieser Abend geht herrlich entspannt zu Ende, zu Gast bei netten Leuten.
Es neigt sich schon fast wieder dem Ende, zwei Übernachtungen haben wir noch dann geht es wieder heim.
Über Feldwege geht es durch den Wald, blühende Rapsfelder links und rechts geht es weiter in Richtung Osten, wir passieren Fürstenberg/Havel, Lychen, machen Halt an einem Findlingsgarten.
Der Hunger lässt uns eine Pause machen an einem See, wie so oft, die Krüseliner Seeschänke ist sehr gut besucht. Wir finden gerade noch ein Platz und genießen die Ruhe und lassen uns das Essen schmecken.
Mit vollem Bauch fahren wir weiter bis zum kleinen Ort Fürstenwerder, hier soll es laut Park4Night (P4N) einen schönen Platz geben, direkt am Wasser. Ich fahre fast vorbei an dem kleinen Sträßchen. Die Leute die uns entgegen kommen winken beim vorbeifahren, hier sollte es keine Probleme geben mit einer Übernachtung. Es stellt sich mal wieder heraus, dass P4N eine gute APP ist. Wie schon so oft. Es ist ein kleiner Wendehammer mit einer Möglichkeit Boot ins Wasser zu lassen, perfekt für eine Nacht.
Nach ein wenig Ruhen in der Koje mache ich mich auf eine kleine Runde zu gehen und komme an einen kleinen einsamen Strand, nur ist es leider viel zu kalt zum Baden oder ich bin ein Weichei, egal, der Ort ist toll.
Der letzte Tag bricht an, eine Übernachtung noch dann geht es wieder heim, also genießen wir den Tag nochmal in vollen Zügen. Wir folgen den Beschreibungen von Volker in Richtung Burg Stargard, weiter nach Neustrelitz, am Pagelsee machen wir eine Mittagspause, leider ist das Wetter recht kühl aber die Landschaft toll, leider ist hier Camping verboten, auch die Weiterfahrt wird durch eine Schranke reglementiert. Wir finden, eine gute Lösung um den Verkehr aus dem Naturschutzgebiet fern zu halten.
Also wieder zurück und weiter in Richtung Waren. Leider können wir den schönen Ort nicht besuchen, wir sind schon ein wenig spät dran und brauchen noch ein Nachtlager. Fündig werden wir in der Nähe von Jabel am Fleesensee. Fast alleine stehen wir direkt am Wasser, im Sommer ist hier bestimmt einiges los. Der Wind ist ziemlich stark, so stellen wir uns ein wenig zurück an den Waldrand. Eine Feuerstelle ist noch warm und nach einiger Zeit entfacht sich das Feuer von neuem. So entstehen die großflächigen Waldbrände, da haben am Wochenende ein paar Feier-freudige das Feuer nicht vollständig aus gemacht. Mit Wasserflaschen lösche ich und noch ein Hundebesitzer das ganze ein für alle mal.
Es wäre schade wenn dieser Platz geschlossen wird.
Der nächste Tag ist geprägt von Autofahren, 967 Km nach Hause. Auf der Fahrt ist mir dann noch ein Stein in die Scheibe geflogen und der Riss wächst von Km zu Km, so ist dann zu Hause wieder was zu reparieren.
Fazit:
Was soll ich sagen, toller Urlaub, viel zu kurz, ich komme ganz sicher wieder, dann aber mit Paddelboot und nicht in der Hauptsaison, lieber verzichte ich auf Schönwetter Garantie und Badespass. Auch frei stehen wird in der Hauptsaison sicher nicht möglich sein. Wir haben bis auf 2 Nächte immer frei gestanden und hatten keine Probleme bis auf ein wenig “Druck”. Schade war ein wenig das die Menschen doch ein wenig, na sagen wir mal, Mürrisch waren, vor allem in den abgelegenen Gegenden. Dort ist das Leben aber auch sicher sehr hart und manchmal auch einsam. Aber wie gesagt ich komme wieder und werde der Sache auf den Grund gehen.
Alle Übernachtungsplätze sind hier zusammen getragen (7-13), einfach auf das Bild klicken und los geht´s.
Bis Bald…
Wieder mal ein toller Bericht und man hat das Gefühl, fast dabei gewesen zu sein. Speziell natürlich der Teil um Jabel herum macht mich besonders neugierig auf ein `Nachfahren`… 😉
Prima – lese immer gerne mit!
Hallo Karin,
danke für die positive Rückmeldung, ich gebe mir Mühe, bald geht es auch schon weiter, ich denke am Wochenende.
Ich kann die Tour nur weiterempfehlen, auch mit dem Moped bestimmt eine Freude, bis auf das Kopfsteinpflaster.
Grüße und bis Bald, ich hab die CDs nicht vergessen.
Andreas